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Die Vorteile des neuen Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes für PKV-Versicherte

Zum 1. Januar 2011 trat das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (kurz AMNOG) in Kraft. Für die Private Krankenversicherung bringt das Gesetz wesentliche Neuregelungen mit sich. Insbesondere werden die Privatpatienten von den Arzneimittel-Rabatten profitieren, die auch für die gesetzlichen Kassen gelten. Kommen neue Medikamente auf den Markt, wird künftig neben der GKV auch die PKV in die Preisverhandlungen einbezogen. Das Gesetz war notwendig, weil insbesondere in den letzten 10 Jahren die Arzneimittelausgaben in der privaten Krankenversicherung überdurchschnittlich gestiegen sind.

Das Gesetz gilt neben der Aut-idem-Substitution auch für künftige Packungsgrößen. Diese wirken sich allerdings äußerst negativ auf die Arzneimittel- und Patientensicherheit aus. Denn künftig muss die Indikation bei dem abgegebenen Präparat nur noch einmalig übereinstimmen, so dass es öfters vorkommen wird, dass die eigentliche Krankheit des Patienten in dessen Packungsbeilage überhaupt nicht erwähnt ist. Hierdurch kann es dann fahrlässig passieren, dass der Patient nunmehr der Meinung ist, das abgegebene Präparat wäre für seine Krankheit überhaupt nicht geeignet. Eine weitere Problematik ist darin zu sehen, dass in der Packungsbeilage auch die Angaben zur Einnahme und Dosierung anderer Krankheitsbilder verfasst sind. Dies wiederum kann im schlimmsten Falle dazu führen, dass sich das Risiko einer Fehldiagnose durch den Patienten  selbst deutlich erhöht.

Grundsätzliche Änderungen erfahren auch die Packungsgrößen. Denn zukünftig weisen die Packungsgrößen N 1, N 2 und N 3 nicht mehr bestimmte Stückzahlen auf, vielmehr errechnet künftig der Hersteller eine beliebige Menge. Diese orientiert sich in aller Regel an der Therapie. Für eine Zehntagesbehandlung gilt dann die N 1, für eine Dreißigtagesbehandlung die N 2 und für eine Hunderttagebehandlung die N 3. Ob sich hierin ein Nutzen erkennen lässt, wird sich in der Zukunft zeigen.

Mehr Transparenz für Patienten

Vorteilhaft wirkt sich hingegen aus, dass Pharmaunternehmen künftig angehalten sind, den Nutzen neuer Medikamente nachzuweisen. Liegt ein Nutzen vor, muss zwischen Pharmaunternehmen und der Krankenkasse ein Erstattungsbetrag für das jeweilige Medikament ausgehandelt werden. Hierzu gehört auch die Pflicht, klinische Prüfungen zu veröffentlichen, um dem Arzt und Patienten die näheren Einzelheiten über Eigenschaften und Nutzen dieses Medikaments aufzuzeigen. Als weitere Entlastung kommt hinzu, dass sich künftig die Rabattverträge – und das insbesondere im Bereich der Generika – weitaus stärker an den Bedürfnissen der Versicherten orientieren muss. Dies hat den Vorteil für Versicherte, dass dieser auf Wunsch auch ein anderes als das Rabattpräparat auswählen kann – allerdings gegen Zahlung eines kleinen Aufpreises.