Sie sind hier: PKV-VergleichPKV-LeistungsumfangAbgrenzung

Die Abgrenzung des Leistungsumfangs in der PKV

Der Leistungsumfang in der Privaten Krankenversicherung kann sehr unterschiedlich ausgestaltet werden, zumal in den Katalog auch mögliche Kann-Leistungen mit eingeschlossen werden können. Beispiel Psychotherapie. In der Regel schränken die Versicherer den Leistungsumfang auf 20 Sitzungen pro Versicherungsjahr ein. Individuelle Absprachen ermöglichen jedoch auch darüber hinausgehende Leistungen. Betroffene sollten sich in diesem Punkt bereits vor Behandlungsbeginn mit dem Versicherer in Verbindung setzen. Auf diese Weise kommt es dann während der Sitzungen nicht zu unliebsamen Überraschungen.

Einschränkungen gibt es auch bei den Arznei- und Verbandmitteln. Weder Nährmittel noch Stärkungspräparate werden von den privaten Versicherern übernommen. Gleiches gilt für kosmetische, vorbeugende, Regenerations- oder Desinfektionsmittel sowie für Tees, Badezusätze oder Diät- und Säuglingskost. Unter Hilfsmittel fallen bspw. die Kosten für Brillenfassungen. Auch diese werden von den jeweiligen Versicherern in unterschiedlicher Höhe übernommen. Die Leistungen erstrecken sich hierbei nicht nur auf einfache Ausführungen, sie sind auch dergestalt eingeschränkt, dass lediglich ein Gestell pro Jahr bezahlt wird.

Größere Hilfsmittel wie Krankenfahrstühle und Hörgeräte werden hingegen nur alle drei Jahre finanziert. Nicht unter die Erstattungspflicht fallen Ersatzbatterien oder das Ladegerät für Hör- und Sprechgeräte. Ein Heilmittelausschluss findet auch bei Massagegeräten, Heizkissen, Bestrahlungslampen, Fieberthermometer oder Blutdruckmessgeräten statt. Aufpassen müssen Interessierte vor Abschluss ihres Vertrages bei den Vorsorgeuntersuchungen. Einige Versicherer leisten hier lediglich auf GKV-Basis, andere wiederum schließen sogar die Check-up-Untersuchungen in Spezialtarife mit ein. Oftmals ist vor der Inanspruchnahme auch noch die vorherige Zustimmung durch den Versicherer erforderlich.  

Spezielle Vereinbarung für ambulante Kurkosten

Auch alle ambulanten Kurkosten müssen mehrheitlich über spezielle Kurkostentarife mit dem Versicherer vereinbart werden. Gleiches gilt für ambulant anfallende häusliche Pflegekosten. Auch sie sind fast ausschließlich über separate und spezielle Tarife in Form von Tagegeldzahlungen oder Kostenübernahme versicherbar. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Gebührenordnungssätze zu legen. In der Regel stellen die Tarife bei günstigen Versicherungen auf die Höchstsätze der amtlichen Gebührenordnung und deren Bemessungsgrundsätze ab (3,5 Prozent). In diesem Fall sind alle Mehrkosten, die auf eine individuelle Honorarvereinbarung zwischen Patient und Arzt zurückgehen, durch den Versicherer nicht mehr erstattungspflichtig.

Einige Versicherer wiederum haben Tarife ohne Begrenzung auf den Gebührenrahmen in ihrem Programm. Für diesen Fall haben die Versicherten grundsätzlich einen Anspruch auf die Erstattung des Höchstsatz überschreitenden Honorars. Voraussetzung ist hierbei lediglich, dass die abweichende Honorarvereinbarung zwischen Arzt und Patient rechtswirksam zustande kam und die Honorarforderung auch entsprechend angemessen ist. Handelt es sich stattdessen um unangemessene Honorarforderungen, hat der Arzt keinerlei Anspruch auf diesen Mehrbetrag. Will heißen: Weder Patient noch die Kasse braucht hier den überschreitenden Betrag begleichen.

Was den Punkt Heilpraktik anbelangt, ist auch hier der jeweilige Leistungsumfang der Tarife und Versicherer sehr unterschiedlich geregelt. Und auch nicht immer lassen sich diese Unterschiede in den Versicherungsbedingungen entnehmen. So leisten die Versicherer bspw. Für Eigenblutbehandlungen, Akupunktur, Akupressur, Eigenharninjektion, Atemtherapie, Pflanzenmedikamente, homöopathische Arzneien, Ozontherapien etc. entweder überhaupt nicht, oder nur teilweise, manchmal nur in beschränktem Umfang, manchmal wieder sehr weitgehend. Versicherungsnehmer sollten daher bereits vor Vertragsabschluss bzw. Behandlungsbeginn Rücksprache über die Leistungsinhalte nachfragen.

Je nach Tarifwahl können sich auch im Bereich der Krankenhausbehandlung enorme Leistungsunterschiede ergeben. Dies betrifft insbesondere Behandlungen in gemischten Anstalten, also in Krankenanstalten, die sowohl Kuren als auch Sanatoriumsbehandlungen durchführen. Hier muss eine Kostenübernahme bereits vor Behandlungsbeginn abgeklärt werden. Zudem muss eine medizinische Notwendigkeit gegeben sein. Vielfach sehen die Allgemeinen Versicherungsbedingungen eine unter Vorbehalt stehende Einzelfallentscheidung vor, teilweise sind sie bei akuten Notfällen sogar ausgeschlossen. Entsprechendes gilt natürlich auch für Personen mit Adipositas (Fettleibigkeit, Übergewicht). Auch hier muss die stationäre Heilbehandlung nicht nur auf einer allgemein medizinisch anerkannten Untersuchungs- und Behandlungsmethode beruhen, sondern bedarf auch der vorherigen Abklärung mit dem Versicherer zwecks Kostenübernahme.

Viele Privatversicherer schließen eine Kostenübernahme bereits deshalb aus, weil sich hierfür vielfach die Frage stellt, ob Übergewicht eine Krankheit oder einen Risikofaktor darstellt. Weiterhin ist auch noch nicht medizinisch geklärt, inwieweit so genannte Nulldiäten einen dauerhaften Heilerfolg erzielen. Denn letztlich geht es um die Erziehung des Patienten zu einem richtigen Ernährungsverhalten. Daher wird die Nulldiät als Therapieform in den meisten Fällen in Bezug auf die Kostenübernahme verweigert. Problematisch ist auch stets die Kostenübernahme für die Behandlung von Rheumapatienten in speziellen Rheumakliniken. Ohne eine vorherige Verständigung mit dem Versicherer sollte daher nichts unternommen werden.

Vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist auch der Punkt „Stationäre Kuren“ zu prüfen. Hier erfolgt in der Regel ein Zuschuss zur Unterbringung und Verpflegung durch den Versicherer. Oftmals sehen die Versicherungsbedingungen aber auch die Vereinbarung eines Zusatztarifs vor. Nur wer diesen Kurkostentarif mit einschließt, erhält dann letztlich einen entsprechenden Leistungsanspruch. Zu achten ist auch auf die Zahl der Kuren innerhalb bestimmten Zeiträumen. Hier haben die Versicherer deutlich unterschiedliche Erstattungssätze. Wer Wert auf eine Kostenübernahme bei Schönheitsoperationen legt, hat Pech. Eine Kostenübernahme erfolgt hier durch den privaten Versicherer ausschließlich bei Vorliegen einer medizinischen Notwendigkeit, diese ist meist nach einem Unfall gegeben. Geleistet wird hier dann aber nur für die Kosten der Wiederherstellungschirurgie.

Völlig unterschiedlich geregelt ist sind auch die Wahlleistungen bei stationärer Unterbringung. Einige Versicherer bieten hier Tarife mit einer Wahlmöglichkeit zwischen Ein- bzw. Zweibettzimmer, andere wiederum bieten getrennte Tarife mit getrennten Leistungen und Beiträgen. Wer hier einen Versicherungsvergleich macht, sollte unbedingt darauf achten, auf welchen Leistungsumfang auch tatsächlich ein Anspruch besteht. Ein weiterer Punkt, der immer für Ärger sorgt, ist die Kostenübernahme für Behandlungen im Ausland. Handelt es sich um gezielte Behandlungen (Behandlungen und Operationen bei Krankheiten oder gebrechen, die in der Bundesrepublik Deutschland mit neuartigen Behandlungsmethoden oder wegen fehlender Erfahrung noch nicht durchgeführt werden), übernehmen die Versicherer die Kosten hierfür nur nach vorheriger Genehmigung. Auch hier sollte geprüft werden, ob die Kostenübernahme ausschließlich nur in Europa erfolgt und in welcher Höhe: unbegrenzt, bis zu bestimmten Höchstsätzen oder nur für einen befristeten Zeitraum?

Krankenhaustagegeld kann bei den privaten Versicherern nicht nur für den Fall einer stationären Aufnahme im Krankenhaus vereinbart werden, sie wird auch teilweise für den Fall gezahlt, dass der Versicherte auf Wahlleistungen verzichtet. Versicherungsnehmer sollten hier vor Vertragsabschluss entsprechend den Umfang ihrer zu erwartenden Leistungen abklären. Extreme Unterschiede gibt es auch bei zahnärztlichen Behandlungen, diese können zwischen 70 und 100 Prozent betragen. Einige Versicherer begrenzen die Leistungen für Zahnbehandlungen sogar zeitlich. Auch so genannte Summenbegrenzungen sind möglich, d.h. zahnärztliche Honorare, die eine bestimmte Summe überschreiten, werden nur bis zum vereinbarten Limit erstattet. Anderer Versicherer begrenzen die Summen nur für die ersten Versicherungsjahre.

Auch im Bereich des Zahnersatzes und der Kieferorthopädie gibt es eine Vielzahl von Tarifen, in denen der Versicherte wählen kann. So sind Erstattungen zwischen 50 und 100 Prozent möglich, ebenso Summenbegrenzungen mit und ohne zeitliche Begrenzung. Versicherungsnehmer sind gerade bei diesen Tarifen angehalten, bereits bei Vertragsabschluss die richtige Auswahl zu treffen. Vor Vertragsabschluss sollte auch ein entsprechender Versicherungswechsel berücksichtigt werden. In der Regel ist ein solcher kostenlos, dennoch lassen sich immer noch einige Versicherer die Übernahme von laufenden Behandlungskosten mit einem saftigen Zuschlag (auf den Beitrag) bezahlen. Unterschiede gibt es schließlich auch bei der jeweiligen Vorgehensweise, wenn Risiken geprüft oder Wartezeiten festgelegt werden sollen. Einige Versicherer bieten hier eine dynamische Anpassung an, andere wiederum verzichten darauf.

Um von den vielen Angeboten der privaten Krankenversicherer nicht überfordert zu werden, sollten bereits im Vorfeld viele Fragen mit einem transparenten Krankenversicherungsvergleich geklärt werden. Auf diese Weise kommt es durch den Versicherungsnehmer nicht zu einem unvorbereiteten Gespräch mit dem Versicherungsfachmann. Denn stetes Ziel für eine private Absicherung ist und bleibt die optimale Krankheitskostenvorsorge. Seriöse Anbieter zeigen ihren Interessenten dabei Analysen in Bezug auf die Tarifauswahl und der damit verbundenen Beitragshöhe auf. Wer sich hingegen nur an eine einzelne Gesellschaft wendet, läuft stets Gefahr, dass diese weder einem Tarif- noch einem Beitragsvergleich mit anderen Gesellschaften standhält.

Kostenloses und unverbindliches Angebot für private Krankenversicherung einholen

Welche private Krankenversicherung für Sie am günstigsten ist, ermitteln Experten gerne für Sie. Einfach das nachfolgende Formular ausfüllen und Sie erhalten umgehend ein kostenloses Angebot der für Sie günstigsten PKV-Tarife. Die Versicherungsvermittlung übernimmt dabei unser Partner, die Finanzen.de AG:


Alle Vergleiche auf pkv-vergleich.net werden von der finanzen.de Maklerservice GmbH, Schlesische Str. 29-30, 10997 Berlin zur Verfügung gestellt.