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Der Basistarif

Mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz wurde in Deutschland ein umfassender Versicherungsschutz gegen die Risiken im Krankheitsfall für alle Bürger eingeführt. Mit dem Basistarif wurde somit nicht nur der Zugang zur GKV, sondern auch zur PKV erweitert. Auf Grund dieser gesetzlichen Vorschriften müssen nun alle privaten Krankenkassen diesen Basistarif anbieten und auch entsprechend jeden Antragsteller verpflichtend aufnehmen. Gleiches gilt übrigens auch für alle freiwillig in der GKV Versicherten. Der Basistarif ersetzt damit den bisherigen Standardtarif. Dieser war bis zum Jahre 2008 ein brancheneinheitlicher Tarif in der Privaten Krankenversicherung. Der Standardtarif war damals mit einem gesetzlich begrenzten Höchstbetrag ausgestattet und somit vergleichbar mit den Leistungen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung. Zum 01.01.2009 wurden alle Standardtarifverträge entsprechend automatisch in Verträge zum Basistarif überführt.

Berechnung des Beitrags im Basistarif

Die Festsetzung des Höchstbeitrags im Basistarif ergibt sich aus der Multiplikation des allgemeinen Beitragssatzes (seit 1. Januar 2011: 15,5 Prozent) und der jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze (in 2011: 3.712,50 Euro monatlich). Hinzugerechnet wird gegeben-ebenfalls auch noch der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Dieser durchschnittliche Zusatzbeitrag wird jedes Jahr neu festgelegt. Der Basistarif hat somit seit dem 01.01.2011 einen Höchstbetrag von mindestens 575,44 Euro monatlich.

Unterschiede zwischen Standardtarif und Basistarif

Zwischen Standard- und Basistarif ergaben sich etliche Unterschiede. So waren alleine schon die Zugangsbeschränkungen im Standardtarif äußerst restriktiv. So war es im Standardtarif nur für Personen ab 65 erlaubt, in diesen zu wechseln. Eine Ausnahme bildeten lediglich Personen, die das 55. Lebensjahr vollendet hatten. Sie mussten aber nicht nur mit ihrem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegen, sie mussten zudem auch noch eine zehnjährige Vorversicherungszeit nachweisen. Nur dann war die ärztliche und zahnärztliche Versorgung sicher gestellt.

Aber auch der neue Basistarif enthält nicht nur Vorteile. Zwar sieht der Basistarif mit seinem Solidaritätsprinzip weder Risikozuschläge noch Leistungsausschlüsse vor, auch dürfen Privatversicherer keine Antragsteller ablehnen. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass diese Personen im Normaltarif aus Altersgründen oder bei gesundheitlichen Einschränkungen nicht versichert werden müssen. Da diese Tarifvariante aber einen privaten Tarif abbildet, müssen Familienmitglieder entsprechend separat über einen eigenen Tarif krankenversichert werden. Dafür kann sich innerhalb des Basistarifs jeder versichern, der entweder bislang noch keinen Versicherungsschutz hatte oder aber systematisch der privaten Krankenversicherung zuzuordnen ist. Freiwillig Versicherte steht das gleiche Recht zu, sie müssen lediglich ein Zeitfenster von 6 Monaten einhalten, um in den Basistarif zu wechseln.  

Privat Versicherte ab 55 Jahren oder finanziell Hilfebedürftige können ihre altersabhängigen und vor dem Stichtag 01.01.2009 abgeschlossenen Verträge in den Basistarif des bisherigen Versicherungsunternehmens überführen. Da ein Wechsel in den Basistarif zu einer nachhaltigen Entlastung führt, eignet sich dieser Tarif auch für Personen, die innerhalb ihres Normaltarifs teure Risikozuschläge bezahlen müssen. Für Kinder, Heranwachsende oder Beihilfeberechtigte gibt es innerhalb des Basistarifs spezielle Varianten. Damit erfüllt der Basistarif insgesamt eine Schutzfunktion, denn der Basistarif ändert nichts an der Tatsache, dass es sich bei der Rechtsbeziehung zwischen Versicherten und Arzt/Zahnarzt/Psychotherapeuten um einen privaten Behandlungsvertrag handelt, der die Grundlage für den ärztlich begrenzten Honoraranspruch gegenüber dem Patienten bildet.

Basistarif löst Standardtarif ab

PKV-Kunden können den Standardtarif seit dem 01.01.2009 nicht mehr abschließen, da dieser vom Basistarif abgelöst wurde. PKV-Versicherte im Standardtarif genießen jedoch Bestandsschutz.

Leistungsumfang im Basistarif

  Leistungsumfang Besonderheiten
ambulante ärztliche Behandlung 100 % Patient muss sich als Standardtarifversicherter gegenüber seinem Arzt ausweisen. Arzt darf nur bis zum 1,7-fachen Gebührensatz der ärztlichen Gebührenordnung berechnen. Für medizinisch-technische Leistungen gilt ein 1,3-facher, für Laborleistungen ein 1,1-facher Gebührensatz.
Psychotherapie maximal 25 Sitzungen pro Jahr Erstattungsfähig sind maximal das1,7-fache der ärztlichen Gebührenordnung
Rettungsfahrten 90 % Abzüglich 5 – 10 Euro Selbstbeteiligung pro Fahrt
Häusliche Behandlungspflege 90 % Erstattungsfähig sind maximal die von der GKV akzeptierten Höchstpreise. Zuzahlungen sind für maximal 28 Tage zu leisten, für Versicherte unter 18 Jahren entfällt die Selbstbeteiligung.
Arznei- und Verbandmittel, Heilmittel 80 % Versicherte haben max. 306 Euro jährlich an Selbstbeteiligung zu leisten. Darüber hinaus werden 100 % erstattet.
Hilfsmittel 80 % Für Hörgeräte und Krankenfahrstühle gibt es Höchstsätze
Zahnärztliche Behandlungen 100 % Abrechnungsfähig ist auch hier lediglich der 1,7-fache Gebührensatz für Zahnärzte
Zahnersatz 65 % Abrechnungsfähig ist auch hier lediglich der 1,7-fache Gebührensatz für Zahnärzte
Kieferorthopädie 80 % Abrechnungsfähig ist auch hier lediglich der 1,7-fache Gebührensatz für Zahnärzte
Krankenhaus 100 % Regelleistungen, d.h. der allgemeine Pflegesatz wird zu 100 % erstattet. Hinzu kommen 10 Euro Zuzahlung für maximal 28 Tage

Aus der abgebildeten Tabelle wird ersichtlich: Auch wenn § 257 Abs. 2 SGB V festlegt, dass der Basistarif Leistungen enthalten muss, die mit denjenigen der GKV vergleichbar sein müssen, bedeutet dies nicht, dass diese Leistungen auch vollumfänglich identisch sein müssen. Sie müssen nur weitgehend mit denen der GKV übereinstimmen! Beispiel: Im Unterschied zum Versicherungsschutz der GKV hat der Basistarif uneingeschränkt Europageltung.

Wechsel in Basistarif jederzeit möglich

Der Beitrag für den günstigsten Basistarif errechnet sich dabei aus den durchschnittlichen Mitgliedsbeiträgen der gesetzlichen Krankenkassen, wobei Risikozuschläge oder Gesundheitsprüfungen nicht erlaubt sind. Für die Berechnung dürfen lediglich Alter und Geschlecht berücksichtigt werden. Besteht einmal Versicherungspflicht, darf auch niemanden gekündigt werden. Angeboten werden Tarife mit Selbstbehalt oder mit Beitragsrückerstattungen. Außerdem können privat Krankenversicherte, die in finanzielle Not geraten (Hilfebedürftigkeit im Sinne des Grundsicherungsrechts) jederzeit in den Basistarif ihres PKV-Unternehmens wechseln. Weiterer Vorteil: Ein Wechsel darf unter Mitnahme der vollen Alterungsrückstellungen erfolgen.

Beihilfeberechtigte wie zum Beispiel Beamte haben die Möglichkeit, in einen beihilfekonformen Basistarif zu wechseln, der dann entsprechend die anteiligen Höchstbeträge je nach Höhe des Anteils aus der Beihilfe abdeckt. Zu einem Wechsel ist allerdings niemand verpflichtet, alle Beihilfeberechtigten können somit auch in ihren bisherigen PKV-Tarifen verbleiben. Weiter bietet der Basistarif noch einen weiteren Schutz: Versicherte, die nicht mehr in der Lage sind, den Beitrag für den Basistarif aufzubringen, wie sie finanziell hilfebedürftig sind, haben das Recht, von ihrem Versicherer die Halbierung der Prämie zu verlangen. Ist auch diese halbe Prämie nicht mehr zu leisten, erhalten die Versicherten zusätzlich noch Zuschüsse von den sozialen Trägern bzw. vom Grundsicherungsträger. Diese Regelungen gelten entsprechend auch für die private Pflege-Pflichtversicherung.

Personen ohne Absicherung im Krankheitsfall, die ehemals privat versichert waren oder der PKV aufgrund ihres beruflichen Status zuzuordnen sind, müssen bei der Wahl des Basistarifes keinerlei Fristen beachten. Die Altersrückstellungen, die vollumfänglich mitgenommen werden können, gelten dabei auch für diejenigen Tarife, die über den Leistungsumfang des Basistarifes hinausgehen. Gemeint sind hier die Leistungen, die beispielsweise auch in Zusatzversicherungen zur GKV enthalten sind. Versicherte werden in ihrer neuen Krankenversicherung dann so gestellt, als ob sie dort in dem Alter eingetreten wären, in denen sie den ursprünglichen Versicherungsvertrag bei der bisherigen Krankenkasse abgeschlossen haben.

Leistungskürzungen oder Basistarif?

Trotz aller genannten Vorteile sollten Versicherungsnehmer überlegen, ob sie wirklich in den Basistarif wechseln wollen oder ob sie nicht auch weiterhin ihre Vollversicherung in ihrer PKV aufrecht erhalten wollen. Wie bereits gesagt, ist das Beitragsniveau beim Basistarif um einiges geringer, weil hier ganz einfach die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen nachgebildet werden. Andererseits hat ein Versicherungsnehmer die Möglichkeit, auch in den PKV-Normaltarifen Leistungskürzungen vorzunehmen, die den Beitrag reduzieren können. Versicherte müssen somit ein Kosten-Nutzen-Verhältnis anstreben. In vielen Fällen fahren Versicherte nämlich ebenso günstig, wenn sie sich für einen Normaltarif mit einem entsprechenden Schutz auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen entscheiden und nicht in den Basistarif wechseln. Die Beitragsunterschiede sind vielfach zu gering, die Leistungen im Normaltarif der PKV aber weitaus höher.

Beamte im Basistarif

Wer als Beamter in den Basistarif wechselt, bezahlt – ausgehend von der Höhe seines Beihilfeanspruches – lediglich den verbleibenden prozentualen Anteil vom Höchstbetrag. Wer als pensionierter Beamter bspw. einen Beihilfeanspruch von 70 Prozent hat, bei dem beträgt die Beitragshöhe im Basistarif 30 Prozent vom Höchstbetrag. Der Basistarif ist somit ein attraktives Modell für alle pensionierten Beamten. Versicherte, die einen Selbstbehalt im Basistarif vereinbaren, sind an diese Vereinbarung drei Jahre lang gebunden. Bei den Selbstbehalten sind Staffelungen zwischen 300, 600, 900 oder 1.200 Euro möglich.

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