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PKV-Beiträge und Eigenanteile als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar

Mit dem „Gesetz zur verbesserten steuerlichen Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen“ wurde Steuerzahlern mit Vorsorgeaufwendungen eine deutlich verbesserte Abzugsmöglichkeit geschaffen. Denn gesetzlich und privat Krankenversicherte dürfen sich seit dem 1. Januar 2010 ihre Beiträge in voller Höhe bei der Einkommensteuer anrechnen lassen. Aber wie bereits erwähnt: Volle Höhe gilt lediglich für den Basistarif, nicht für Beiträge für eine Auslands- oder Reisekrankenversicherung und auch nicht für Aufwendungen zum Krankengeld. Kann die Höhe des Basistarifs auf der Beitragsrechnung nicht belegt werden, kürzen die Finanzbehörden die Gesamtausgaben um zehn bis zwanzig Prozent.

Dabei werden die nach geltendem Recht vorhandenen Höchstgrenzen sonstiger  Vorsorgeaufwendungen (1.500 € bzw. 2.400 €) ab dem Veranlagungszeitraum 2010 auf 1.900 € bzw. 2.800 € erhöht. Diese Abzugsmöglichkeit gilt dabei für sämtliche sonstige Vorsorgeaufwendungen inklusive den kompletten Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Es erfolgt also keine Eliminierung jener Beitragsanteile, die zur Finanzierung des Krankengelds oder von Komfortleistungen dienen. Wird dabei die jeweilige Höchstgrenze nicht überschritten, sind die gesamten sonstigen Vorsorgeaufwendungen abzugsfähig.

Hierzu ein Beispiel: Ein lediger und privat versicherter Selbständiger hat in 2010 einen Beitrag inklusive Krankengeldanteil in Höhe von 2.300 Euro. Hinzu kommen weitere 150 Euro an Aufwendungen für die private Pflegepflichtversicherung sowie 300 Euro an die Kfz-Haftpflichtversicherung. Die gesamten Vorsorgeaufwendungen des Selbständigen liegen damit bei 2.750 Euro. Da diese Aufwendungen den Höchstbetrag von 2.800 Euro nicht übersteigen, kann der Selbständige seine gesamten Vorsorgeaufwendungen Steuer mindernd geltend machen.

Beiträge zur GKV oder PKV steuerlich absetzbar

Alle Beiträge zu einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen im Sinne von § 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a EStG 2010 stellen somit in voller Höhe abzugsfähige sonstige Vorsorgeaufwendungen dar (§ 10 Abs. 4 Satz 4 EStG 2010), also auch insoweit, wie sie die Höchstgrenzen der sonstigen Vorsorgeaufwendungen (1.900 € bzw. 2.800 €) übersteigen. Unter § 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a EStG 2010 fallen allerdings nicht die Komplettbeiträge zur Krankenversicherung, sondern nur insoweit, wie sie den Basiskrankenversicherungsbeitrag darstellen bzw. diesem entsprechen.

Übersteigen der Basiskrankenversicherungs- sowie der Pflegepflichtversicherungsbeitrag aus gesetzlicher oder privater Versicherung die Höchstgrenzen von 1.900 € bzw. 2.800 €, so dürfen jene Beiträge dennoch voll Steuer mindernd abgezogen werden. Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen kommen dann allerdings nicht mehr zum Abzug, da das Maximum in diesem Fall ja überschritten ist (§ 10 Abs. 4 Satz 4 und Sätze 1 bis 3 EStG 2010).

Auch hierzu ein Beispiel: Ein lediger und kinderloser Arbeitnehmer erzielt im Veranlagungszeitraum 2010 ein jährliches Arbeitsentgelt in Höhe von 42.000 Euro. Sein Arbeitnehmeranteil am Beitrag zur GKV (7,9 %) beträgt 3.318 €, der entsprechende Anteil an der Pflegeversicherung (1,225 %) 514,50 €. Der Arbeitnehmeranteil für die Arbeitslosenversicherung (1,4 %) beläuft sich auf 588 €. Für seine Autohaftpflichtversicherung sind Aufwendungen in Höhe von 1.000 € angefallen. Insgesamt addieren sich die Beiträge für Vorsorgeaufwendungen auf 5.420,50 € und übersteigen daher die einem Arbeitnehmer zugestandene Höchstgrenze von 1.900 €.

Da jedoch der Basiskrankenversicherungs- (3.318 € abzgl. 4 % ergibt 3.185,28 €) sowie der Pflegepflichtversicherungsbeitrag zusammen (3.699,78 €) jenes Maximum übersteigen, sind 3.699,78 € Steuer mindernd nach neuen Rechtslage abzugsfähig.

Praxisgebühr und Zuzahlungen als außergewöhnliche Belastungen geltend machen

Nicht abzugsfähig als Sonderausgaben sind hingegen die Praxisgebühren, da diese Gebühr keinen Beitrag zur Krankenversicherung darstellt. Von daher darf diese Ausgabe auch nicht im Bereich der Vorsorgeaufwendungen angesetzt werden. Zum Abzug können die Praxisgebühren allerdings im Bereich der außergewöhnlichen Belastungen gebracht werden. Hierzu gehören neben der Praxisgebühr auch alle Aufwendungen für Kuren, Brillen. Zahnersatz, Hörgeräte sowie die Zuzahlungen für Medikamente. Steuerlich wirken sich außergewöhnliche Belastungen aber erst aus, wenn eine bestimmte Höhe überschritten wird. Denn maßgebend für die Höhe sind neben dem Einkommen auch der Familienstand und die unterhaltsberechtigten Kinder.

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