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Krankheitskosten als Außergewöhnliche Belastungen absetzbar

Versicherte können alle Ausgaben, die innerhalb der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung anfallen und nicht bei den Sonderausgaben geltend gemacht werden können, als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Der Eigenanteil bei außergewöhnlichen Belastungen beträgt … Prozent Ihres Einkommens:

Familienstand Jahreseinkünfte in Euro
bis 15.340 bis 51.130 über 51.130
Ledige 5 % 6 % 7 %
Verheiratete 4 % 5 % 6 %
mit 1 oder 2 Kindern 2 % 3 % 4 %
mit mehr als 2 Kindern 1 % 1 % 2 %

 

Beispiel: Ein Ehepaar mit 2 Kindern und 150.000 Euro Jahreseinkommen hat 14.000 Euro für Arzt und Medikamente gezahlt. Nach Abzug der Eigenbeteiligung (4 Prozent von 150.000 Euro = 6.000 Euro) kann die Familie in ihrer Steuererklärung 8.000 Euro als außergewöhnliche Belastung geltend machen. 6.000 Euro muss die Familie selbst tragen.

Was zählt zu den außergewöhnlichen Belastungen?

Zu den außergewöhnlichen Kosten zählen auch alle Aufwendungen, die Personen zur Vorbeugung, Linderung oder Beseitigung einer Allergie aufwenden (bspw. Allergiker-Bett inklusive Ausstattung). Gleiches gilt für alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur, Ozon- und Delfintherapie, Ayurveda oder die Feldenkrais-Therapie. Zur Anerkennung ist allerdings ein ärztliches Attest notwendig. Zuzahlungen bei rezeptpflichtigen Medikamenten sind ebenfalls steuerbegünstigt als außergewöhnliche Belastungen. Lediglich frei verkäufliche Medikamente wie Erkältungssäfte müssen Patienten aus eigener Tasche bezahlen.

Wirksame Medikamente bei schwerer Krankheiten absetzbar

Schwer oder unheilbar Kranke haben es noch leichter. Sie können auch Medikamente, die in Deutschland noch nicht zugelassen sind, dafür aber als medizinisch wirksam und Erfolg versprechend eingestuft werden, von der Steuer absetzen. Ebenfalls absetzbar sind Kuren, die auf Grund eines Arbeitsunfalls verschrieben werden. Gleiches gilt für Kuren bei einem Arbeitswegeunfall oder bei einer beruflich bedingten Krankheit. In diesem Falle berechnet die Finanzbehörde allerdings keinen zumutbaren Eigenanteil. Kranken und Behinderten ist es stets erlaubt, Brillen und Kontaktlinsen steuerlich abzusetzen. Gesunde hingegen benötigen hierfür ein ausdrückliches ärztliches Attest, das die medizinische Notwendigkeit bescheinigt.

Medizinisch notwendige Gesundheitskurse

Liegt eine ärztliche Bescheinigung vor, können sogar die Kosten für ein Fitnessstudio steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung: für den Betroffenen ist eine bestimmte Sportart medizinisch notwendig (bspw. Rückentraining durch einen Arzt oder eine zur Heilkunde zugelassene Person). Abzugsfähig sind auch die Kosten für die Geburtsvorbereitung, unterstützende homöopathische Arzneimittel, die Kosten der Geburt und der Nachsorge sowie die Aufwendungen für eine Hebamme. Entsprechendes gilt auch für all diejenigen Kosten, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Sie können vollumfänglich bei der Steuer geltend gemacht werden. Bei Vorliegen einer Notwendigkeit durch ärztliche Bescheinigung sind auch die Kosten für einen Heilpraktiker von der Steuer abzusetzen.

Massagen und Therapien nur mit ärztlichem Nachweis

Aufwendungen für Heilmittel wie Krankengymnastik, Massagen, Bewegungstherapie, Fango, Sprachtherapie und Ergotherapie sind aufgrund eines ärztlichen Nachweises steuerlich zum Abzug zu bringen. Das Bürgerentlastungsgesetz bringt auch für Hilfsmittel steuerliche Vorteile. So können Brillen, Kontaktlinsen, Prothesen, Hörgeräte, Schuheinlagen oder bauliche Maßnahmen (behindertengerechter Wohnraum) steuerlich abgesetzt werden. Wer Kinder oder Jugendliche aus medizinischen Gründen in einem Internat unterbringt, weil ausschließlich die Heilbehandlung und nicht die schulische Ausbildung im Vordergrund steht, hat die Möglichkeit, alle anfallenden Ausgaben hierfür steuerlich zum Abzug zu bringen. Allerdings zieht die Finanzbehörde hierbei den zumutbaren Eigenanteil ab.

Medizinisch notwendige Kuren und kosmetische Operationen

Auch Kosten für eine Kur, die in einem Kinderkurheim stattfinden sowie kosmetische Operationen, soweit diese medizinisch notwendig sind (bspw. eine Operation, um psychische Probleme zu beheben), fallen ebenfalls unter die außergewöhnlichen Belastungen. Gleiches gilt für Kosten, die bei einem Klinikaufenthalt anfallen und von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Wer als Begleitperson für die Genesung eines Patienten sorgt, kann – medizinisch notwendig – auch die Fahrtkosten ins Krankenhaus absetzen. Außergewöhnliche Belastungen stellen auch künstliche Befruchtungen dar (wenn eine Krankheit des Mannes Ursache für die Kinderlosigkeit ist), gleiches gilt für die medizinisch notwendige Laser-OP.

Pflegekosten in bestimmten Fällen absetzbar

Auch pflegebedingte Aufwendungen dürfen Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen in nachgewiesener Höhe als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art geltend machen. Hierunter fallen eigene Pflegekosten, die für den Ehepartner oder die Kinder, wenn die Person einen Anspruch auf Kindergeld hat sowie Pflegekosten für einen Angehörigen oder eine nahe stehende Person. Zu den Pflege bedingten Aufwendungen gehören die nachgewiesenen Kosten für die Unterbringung in einem Heim, die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes, die Inanspruchnahme von Einrichtungen der Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege sowie eine ambulante Pflegekraft.

Urteil des BFH: Kein Vorab-Attest mehr notwendig

Hinzuweisen ist auch auf ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes zur steuerlichen Absetzbarkeit von Krankheitskosten: Zukünftig muss die Berechtigung einer medizinischen Behandlung nicht mehr bereits vorab belegt werden. Auch ist nicht ausschließlich der Amtsarzt oder der Medizinische Dienst der Krankenkassen für den Nachweis zuständig. Vielmehr können die erforderlichen Belege auch später und von anderen Medizinern ausgestellt werden. Werden bspw. die Kosten für einen Legastheniker durch die Sozialhilfe abgelehnt, können diese Kosten alternativ von der Steuerlast abgezogen werden (BFH, Az. VI R 16/09, VI R 17/09).

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