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Zuzahlungsbefreiungen

Zuzahlungsbefreiung abhängig von Belastungsgrenze

Vor allem die hohe Selbstbeteiligung bei den Kosten für Medikamente stellt für Personen, die schwer erkrankt sind sowie für alle chronisch Erkrankten eine nicht unerhebliche und vor allem dauerhafte finanzielle Belastung dar. Um für diesen Personenkreis die Belastung zu senken, hat der Gesetzgeber eine Belastungsgrenze vorgegeben, bis zu der sich ein Versicherter selbst beteiligen muss. Innerhalb dieser Belastungsgrenze dürfen die eigenen Kosten für Medikamente sowie für Heil- und Hilfsmittel zwei Prozent des Bruttoeinkommens eines Versicherten nicht überschreiten. Handelt es sich um chronisch kranke Personen, liegt diese Höchstgrenze bereits bei einem Prozent.

Als chronisch krank gelten diejenigen Personen, die sich in einer Dauerbehandlung befinden. Hierzu ist mindestens ein Arztbesuch pro Quartal wegen derselben Krankheit erforderlich. Zudem muss eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität oder ein Behinderungsgrad (GdB) von mindestens 60 Prozent vorliegen. Um in den Genuss dieser Befreiung zu kommen, müssen Versicherte einen Antrag bei ihrer gesetzlichen Kasse stellen. Wurden die Bedingungen erfüllt, erhält der Versicherte von seiner Kasse eine entsprechende Bestätigung ausgestellt, die bei jedem Arztbesuch vorzuzeigen ist.

Nachweispflicht liegt bei Patienten

Die Beweislast für einen solchen Antrag hat immer der Versicherungsnehmer. D.h. es müssen nicht nur sämtliche Einnahmen (auch Gewinne, Geldanlagen oder Renten) beigelegt werden, es müssen auch alle Zuzahlungsbelege gesammelt werden. Für Familien verringert sich die Belastungsgrenze (2 bzw. 1 Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens) durch die Kinderfreibeträge (pro Kind 3.648 Euro) sowie durch den Freibetrag für den Ehepartner (4.347 Euro). Für die Bezieher von Sozialhilfe gilt der Regelsatz des Haushaltsvorstands als Berechnungsgrundlage. Kinder und Jugendliche sind hingegen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres von allen Zuzahlungen befreit. Zuzahlungsfrei sind auch alle Schutzimpfungen.

Keine Zuzahlungsbefreiung bei rezeptfreien Medikamenten und Hilfsmitteln

Aber Achtung: Die Zuzahlungsbefreiungen gelten nicht für solche Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind bzw. die generell vom Patienten selber bezahlt werden müssen (bspw. Grippe- und Hustenmedikationen). Gleiches gilt für Hilfsmittel wie Brillen, für orthopädische Schuhe sowie für den Eigenanteil bei Zahnersatz. Gleichfalls gilt zu beachten, dass dieser Antrag jedes Jahr neu gestellt werden muss, denn bestehende Zuzahlungsbefreiungen laufen stets zum Ende eines Kalenderjahres aus. Ist der gesetzlich Versicherte im Besitz eines Befreiungsbescheides bzw. einem ärztlichen Vermerk auf dem Rezept, müssen in der Apotheke keine gesetzlichen Zuzahlungen mehr geleistet werden.

Von der Zuzahlung Befreite müssen dennoch jede geleistete Arzneimittelzuzahlung sowie Arztrechnungen als Beleg ausstellen lassen, sie haben aber auch die Möglichkeit, die Zuzahlungen in ein Sammelheft einzutragen zu lasen. Diese Hefte sind bei den Krankenkassen oder den Apotheken erhältlich. Weiter ist unbedingt darauf zu achten, dass die Quittung der Apotheke auch den Namen des Versicherten enthält, da ansonsten keine Anerkennung stattfinden kann. Nicht alle Apotheken vermerken diesen Namen maschinell auf dem Rezept!

Bruttoeinkommen des Ehemannes:
Bruttoeinkommen der Ehefrau:
Bruttoeinkommen des Kindes/der Kinder:
Gesamt-Bruttoverdienst:                                                                                                      

+ Renten
+ Pensionen
+ Vermietungen
+ Geldanlagen
+ Unterhaltsbeträge
Gesamteinnahmen der Familie:                                                                                            

abzüglich Kinderfreibetrag/Freibeträge (pro Kind 3.648 Euro)
abzüglich Freibetrag Ehepartner (4.347 Euro)
Zwischensumme:                                                                                                                 
hiervon 1 bzw. 2 %
Summe Eigenanteil:                                                                                                             
abzüglich Summe Zuzahlungen
Auszahlungsbetrag Krankenkasse:                                                                                      

Abb.: Berechnungsbeispiel für Familien

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