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Disease-Management-Programme (DMP)

DMP-Programme sind so genannte Vorsorgeprogramme der gesetzlichen Kassen. Hierunter fallen neben dem DMP-Brustkrebsprogramm auch die koronare Herzkrankheit, Diabetes, Bluthochdruck, Asthma und COPD.

DMP-Programme für Frauen mit Brustkrebs

Mit dem DMP Brustkrebs soll erreicht werden, dass die Anzahl der Frauen, die an Brustkrebs erkranken (jährlich rund 46.000), eine generelle Orientierung an wissenschaftlich abgesicherten und evidenzbasierten Behandlungsempfehlungen erfahren. Auf diese Weise können die Kosten der Kassen deutlich gesenkt werden. Teilnahmeberechtigt sind Frauen, die bereits eine Brustkrebsdiagnose durch ihren Arzt haben. Gleiches gilt, wenn ein Wiederauftreten der Krankheit eindeutig diagnostiziert wird. Die Diagnoseerstellung des jeweiligen Arztes darf dabei nicht länger als 5 ½ Jahre zurück liegen. Mit einer schriftlichen Teilnahmeeinwilligung kann sich die Patientin bei einem Arzt. Der an diesem Programm teilnimmt, entsprechend einschreiben. Der Patient wird entweder durch den Hausarzt oder den Gynäkologen während des gesamten Prozesses begleitet. Der Patient soll damit in die Lage versetzt werden, auch aufgrund der systematischen Nachsorge noch stärker am eigenen Behandlungsprozess mitzuwirken.

DPM-Programme bei koronarer Herzkrankheit

Mit dem DMP KHK (koronare Herzkrankheit) erfährt der chronisch Kranke ebenfalls eine verbesserte Rehabilitation. Patienten, bei denen eine Durchblutungsstörung der Herzkrankgefäße vorliegt, erhalten neben Hinweisen für eine gesunde Lebensweise durch eigenverantwortliches Verhalten auch eine optimal abgestimmte medizinische Versorgung. Auf diese Weise soll den gefährlichen Folgen eines Herzinfarktes vorgebeugt werden. Der Patient erfährt auf diese Weise eine Steigerung der Lebensqualität durch die Vermeidung von Angina-Pectoris-Beschwerden bis hin zum Erhalt der Belastungsfähigkeit. Ärzte, die eine besondere Qualität aufweisen, bieten nebenbei auch Patientenschulungen an und regeln zudem die Arzneimitteltherapie. Wer an diesem Chronikerprogramm teilnimmt, braucht die Praxisgebühr nicht zu bezahlen.

Disease-Management-Programme bei Asthma bronchiale

DMP-Programme sorgen ebenfalls, mit einer Asthma bronchiale (COPD) zu leben. Die Krankheit weist sich durch eine Entzündung der Atemwege aus, verbunden mit Überempfindlichkeit und Reizhusten. Die Folge sind Schwierigkeiten beim Atmen bzw. Atemnot. Insbesondere Kinder erkranken sehr häufig an dieser Krankheit. Durch eine optimale medikamentöse Einstellung können Betroffene allerdings nahezu beschwerdefrei leben. Hauptproblem, das mit der COPD verbunden ist, ist die erhöhte Angst vor Atemnot, die häufig in der Nacht auftreten kann. COPD bedeutet „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung und ist verbunden mit einer Verengung der Atemwege, das wiederum zu einem dauerhaften Husten mit Auswurf führen kann. Da die Lunge nur noch eingeschränkt funktioniert, wird auch weniger Sauerstoff transportiert. Die Krankheit selbst lässt sich nicht mehr rückgängig machen, dafür kann aber ihr Fortschreiten entsprechend verzögert werden. Asthmatiker und COPD-Patienten sollen auf diese Weise lernen, ihr Verhalten dergestalt zu ändern, indem sie alle Asthma auslösenden Faktoren vermeiden.

DMP-Programme für Diabetiker

Eine inzwischen weit verbreitete Krankheit stellt auch der Altersdiabetes dar. Von daher bieten die Kassen entsprechende DMP-Programme für Diabetiker an. In Deutschland sind hiervon immerhin rund acht Millionen Menschen betroffen. Eine chronische Krankheit, von der Patienten mittleren und höheren Lebensalters betroffen sind. Zurückzuführen ist diese Krankheit nicht nur auf eine ungesunde Lebensweise, auch Bewegungsmangel und schlechte Ernährung sorgen für eine Zunahme. Wird Diabetes nicht behandelt, führt dies zu Herzerkrankungen, Nierenversagen oder zur völligen Erblindung. Die Kosten dieser Krankheit, die die Kassen zu schultern haben, sind enorm. Dies ist mit ein Grund, dass den Patienten ein entsprechend strukturiertes Behandlungsprogramm angeboten wird. Die Teilnahme ist freiwillig, sie führt letztlich aber zu einer Verbesserung der Lebensqualität.  

Gleichzeitig erhalten die Betroffenen eine regelmäßige Diabetes-Schulung, verbunden mit regelmäßigen Kontrollen durch Fachärzte (Nephrologen, Augenärzte etc.). Die Programme gibt es sowohl für Typ-I- und Typ-II-Diabetiker als auch für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes. DMP-Programme müssen vor ihrer Einführung durch das Bundesversicherungsamt genehmigt werden. Dadurch soll eine kontinuierliche ärztliche Behandlung, die Überwachung und die medikamentöse Therapie des Patienten sichergestellt werden. Da chronische Krankheiten verschiedene Aspekte haben können, kann es auch sein, dass Patienten gleich mehrere Anlaufstellen haben. Der Patient entgeht auf diese Weise der Gefahr einer Unter-, Über- oder gar Fehlversorgung. Das systematische Behandlungsprogramm bietet den Betroffenen eine langfristige, präventive Begleitung.

Disesase-Management-Programme kein Therapie-Ersatz

Eines muss jedoch klar zum Ausdruck gebracht werden: Die DMP-Programme der Krankenkassen stellen lediglich eine unterstützende bzw. koordinierende Maßnahme dar und ist somit nicht als Ersatz für die Therapie durch einen Arzt zu verstehen. DMP-Programme haben insgesamt einen informativen Charakter, in der der Patient über seine Krankheit, deren Symptome und Bedeutung sowie über die Behandlungsmöglichkeiten, die Medikamente und über Spezialärzte aufgeklärt wird.

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